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  • 05. Februar 2024 ― Lesezeit: 4 Minuten

    KI-Content für Studium und Job: Worauf du achten musst

    Beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in Schule und Studium eröffnen sich viele Möglichkeiten, aber es gibt auch wichtige rechtliche Überlegungen, die du berücksichtigen solltest. Von KI-generierten Texten über Bilder bis hin zu Videos – die Technologie kann eine wertvolle Ressource sein, doch ihr Einsatz ist nicht ohne Risiken.

    KI in Schule und Studium: Was erlaubt ist und was nicht

    An Universitäten und Schulen ist es generell nicht gestattet, komplette Texte für Hausarbeiten oder akademische Arbeiten von KI-Technologien wie ChatGPT verfassen zu lassen und diese dann als eigene Leistung auszugeben:

    • Bildungseinrichtungen setzen inzwischen verstärkt spezialisierte Software ein, um Texte, die von KI verfasst wurden, zu erkennen.
    • Sollte ein solcher Täuschungsversuch entdeckt werden, drohen ernsthafte Konsequenzen. Das betrifft ebenso die heimliche Verwendung von ChatGPT während Prüfungen.
    • Die Nutzung von KI-Tools für z.B. Recherchezwecke, zum Erstellen von Gliederungen oder zur Textverfeinerung wird hingegen meist akzeptiert.
    • Auch der Einsatz von KI-generierten Inhalten ist oftmals gestattet, sofern diese als solche klar gekennzeichnet und korrekt zitiert werden.

    Viele Bildungseinrichtungen haben mittlerweile klare Richtlinien für den Gebrauch von KI formuliert, die einen Orientierungsrahmen bieten. 

     

    Urheberrecht: Wem gehört der KI-generierte Content?

    In Österreich sind KI-geschaffene Werke nicht durch das Urheberrecht geschützt, da eine KI keine Rechte beanspruchen kann. KI-Betreiber erlauben die Nutzung meist unter Open-Source-Lizenzen (z. B. Creative Commons), sodass du KI-generierte Inhalte grundsätzlich frei verwenden darfst. 

    Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass du die vollen Rechte an den erzeugten Inhalten hast. Aus rechtlicher Sicht wird hier zwischen “einfachen KI-Prompts” und “KI-assistierten Werkschöpfungen” unterschieden:

    • Einfache KI-Prompts:

      • KI-Prompts, wo die KI auf eine Frage einen Inhalt generiert.
      • Kein urheberrechtlicher Schutz, da keine menschliche Schöpfung vorliegt.
      • Der Output gehört rechtlich niemandem, was Urheberrechtsverletzungen ausschließt und theoretisch auch jeder andere deine KI-Kreationen nutzen darf.
      • Beispiel: Durch einfache Befehle wie „Fasse die Kernpunkte zum Thema XY zusammen“ kannst du dir von der KI eine Zusammenfassung erstellen lassen. Oder du bittest um die Generierung eines Bildes mit Anweisungen wie „Erzeuge eine Illustration des Wasserkreislaufs in der Natur“. In diesem Fall reagiert die KI direkt auf deine Anfrage, ohne dass komplexe kreative Vorgaben nötig sind.
    • KI-assistierte Werkschöpfung:

      • KI wird nur als „Werkzeug bzw. untergeordnetes Hilfsmittel“ zur Erstellung eines Werkes benutzt.
      • Bei kreativer Nutzereingabe und KI als Werkzeug kann urheberrechtlicher Schutz entstehen.
      • Beispiel: Für ein Projekt nutzt du KI, um verschiedene Szenarien zu modellieren. Indem du eigene Daten in das KI-Tool einspeist, erhältst du Modelle und Visualisierungen. In diesem Kontext agiert die KI lediglich als Werkzeug, das deine Eingaben in konkrete Ergebnisse transformiert.

    Anmerkung: Die genaue rechtliche Abgrenzung zwischen einfachen KI-Prompts und KI-assistierter Werkschöpfung ist derzeit leider noch nicht abschließend geklärt und bildet eine Grauzone.

     

    Vorsicht bei KI-Kreationen: Urheberrecht und Schadensersatz

    Wenn du mit KI-generierten Inhalten arbeitest, solltest du ein paar Dinge beachten, um Ärger zu vermeiden:

    • Ähnlichkeiten mit geschützten Werken: Sollte dein KI-Erzeugnis einem urheberrechtlich geschützten Werk allzu ähnlich sehen, könntest du rechtlich in die Bredouille kommen. Ein kurzer Check mit Tools wie der Google Bildersuche oder einem Plagiatsprüfer, der auf KI-Unterscheidung spezialisiert ist, kann helfen, solche Probleme zu vermeiden.
    • Vorsicht mit urheberrechtlich geschütztem Material: Das Hochladen und Abändern von urheberrechtlich geschützten Inhalten, speziell Bildern, in einem KI-Generator ist ein No-Go, wenn du rechtliche Schwierigkeiten vermeiden möchtest. Gleiches gilt für die Darstellung von bekannten Gesichtern oder Filmcharakteren, die urheberrechtlich geschützt sind.

    Auch hier besteht derzeit noch eine breite Grauzone, wo noch nicht geklärt ist, wann Urheberrechtsverletzungen entstehen und wann nicht. Falls es doch mal zu Problemen kommt, können Schadensersatzforderungen auf dich zukommen.

     

    KI und Datenschutz: Was du wissen musst

    Der Datenschutz ist ein weiteres kritisches Thema, insbesondere wenn KI-Systeme personenbezogene Daten verarbeiten. Stelle sicher, dass du keine persönlichen Informationen ohne Einwilligung der betroffenen Personen verwendest. Das könnte für dich relevant sein, wenn du beispielsweise KI zur Erstellung von Inhalten für Projekte oder Präsentationen einsetzt, die personenbezogene Daten aus Umfragen oder Interviews beinhalten.

     

    Fehleranfälligkeit: Wie zuverlässig sind KI-generierte Texte?

    Wenn du eine Hausarbeit, ein Exzerpt oder eine Masterarbeit zur Beurteilung einreichst, dann trägst du als Autor immer die Verantwortung für den Text. Diese Verantwortung kannst du nicht an ein KI-System delegieren. Deshalb ist es wichtig, dass du dir der Grenzen und Schwächen dieser Technologien bewusst bist:

    • KI-Technologien sind nicht fehlerfrei und produzieren falsche oder ungenaue Inhalte und Zitate. Wenn z.B. ChatGPT eine Antwort nicht kennt, beginnt das Tool manchmal sogar, Fakten zu erfinden.
    • Sie können Plagiate und Urheberrechtsverletzungen enthalten, die nicht als Zitat gekennzeichnet sind.
    • Sie liefern keine aktuellen Informationen, da KI-Systeme auf Trainingsdaten aus einem bestimmten Zeitraum basieren. ChatGPT berücksichtigt beispielsweise nur Daten, die bis September 2021 erstellt wurden.

    Folglich gilt: Jeder Text, jeder darin enthaltene Fakt, jedes Zitat solltest du kritisch überprüfen und sicherstellen, dass sie fachlich korrekt und noch aktuell sind.

     

    Fazit: Rechtliche Absicherung mit einer Rechtschutzversicherung

    Die rasante Entwicklung der KI-Technologie führt zu rechtlichen Unsicherheiten, die Risiken wie Fehlinformationen, Urheberrechtskonflikte und Datenschutzverletzungen mit sich bringen können. In solchen Situationen bist du als Nutzer potenziell haftbar, mit möglichen Konsequenzen wie Schadensersatzforderungen. Eine Rechtschutzversicherung könnte daher durchaus sinnvoll sein, um dich gegen potenzielle rechtliche Streitigkeiten rund um KI-Inhalte abzusichern. 

     

    04. Jänner 2024 ― Lesezeit: 5 Minuten
    Cyberkriminalität: So schützen Sie sich effektiv
    In einer zunehmend digitalisierten Welt werden wir auch immer anfälliger für Cyberkriminalität. Die Bedrohungen reichen von Phishing-Attacken bis zu Ransomware-Angriffen, und die Sicherheit unserer persönlichen Daten steht auf dem Spiel. Doch es gibt Maßnahmen, die wir ergreifen können, um uns vor den Gefahren des Cyberraums zu schützen. Die GRAWE verrät, wie Sie sich effektiv vor Cyberkriminalität schützen können und welche einfachen Schritte Ihnen dabei helfen, Ihre Online-Sicherheit zu stärken.