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17. November 2022 ― Lesezeit: 4 Minuten

Brandgefährliche DIY-Miniöfen und Heizprovisorien – was sagt die Versicherung dazu?

In den sozialen Medien kursieren derzeit jede Menge Anleitungen für kleine Öfen zum Selbstbauen. Vor allem Teelichtöfen sind stark im Trend. Sie sollen helfen, die Heizkosten zu senken oder als Notheizung bei einem Stromausfall dienen. Doch sind solche DIY-Miniöfen wirklich als Heizung brauchbar? Welche Gefahren gehen von solchen und anderen Heizprovisorien aus? Und vor allem – was zahlt die Versicherung im Falle eines Brandes?

Wie funktionieren Teelichtöfen?

Teelichtöfen bestehen meist aus zwei Ton-Blumentöpfen, einem Ton-Untersetzer, einer Gewindestange, entsprechenden Befestigungen und natürlich Teelichtern. Warum aber zündet man nicht einfach Teelichter an, wozu braucht man einen Teelichtofen? Der Grund dafür ist einfach:

  • Die Tontöpfe verhindern, dass die warme Luft nach oben an die Zimmerdecke entweicht.
  • Die Wärme der Teelichter wird wie bei einem Kachelofen von den Blumentöpfen aufgefangen und als angenehme Strahlungswärme abgegeben.
  • Mit zwei Töpfen lässt sich die wärmespeichernde Masse vergrößern und gleichzeitig Verbrennungen beim Anfassen vorbeugen, da der äußere Topf nicht so heiß wird.  
  • Der innere Topf erwärmt sich innerhalb weniger Minuten auf etwa 110 Grad, der äußere auf 55 bis 60 Grad.

Das klingt zwar erstmal toll, aber letztlich können diese DIY-Heizöfen nicht ansatzweise so viel Wärme erzeugen wie eine Heizung (Teelicht: 30-40 Watt; Heizung: 800-2.000 Watt). Du müsstest also viele solcher Öfen aufstellen und im Endeffekt würdest du dann trotz erhöhter Energiekosten mehr für die Teelichter bezahlen als für die Gas- oder Holzheizung. Abgesehen davon sind Teelichtöfen auch brandgefährlich!

 

Eine unterschätzte Gefahr: Wachsbrand bei Teelichtöfen

Selbstgemachte Teelichtöfen sind nicht sehr stabil und können leicht umgestoßen werden. Außerdem fangen sie leicht Feuer, wenn sie falsch gehandhabt werden. Stellt man etwa mehrere Teelichter sehr eng nebeneinander auf, ist die Gefahr groß, dass nach einigen Stunden ein sogenannter Wachsbrand entsteht. Denn sobald nur noch wenig Wachs in den Teelichtschalen übrig ist, erhitzen sich die Wachs- und Paraffindämpfe so stark, dass eine übergreifende Flamme entstehen kann.

Wenn man dann versucht, den Brand mit Wasser zu löschen, kann eine Stichflamme entstehen, die locker einen Meter hoch werden kann. Bei einem Teeofenbrand hilft dann nur eine Löschdecke oder ein Feuerlöscher der Brandklasse B oder F. Stelle also nie zu viele Teelichter in den Ofen und lass ihn vor allem auch nicht unbeaufsichtigt brennen. Es sollte mindestens ein Abstand von 5 cm zwischen den einzelnen Teelichtern vorhanden sein.

 

Brandrisiko und Vergiftungen durch Heizprovisorien

Neben Teelichtöfen haben sich viele in den letzten Monaten einen Schwedenofen als Notheizung angeschafft und selbst eingebaut. Die nicht fachgerechte Installation von Öfen, Rauchrohren bzw. Wand- und Deckenführungen kann allerdings schnell zur Gefahrenquelle werden. Einen langen nicht genutzten Kamin solltest du vor der Wiederinbetriebnahme unbedingt von einem Rauchfangkehrer prüfen und den Ofen fachgerecht anschließen lassen.

Auch andere Heizprovisorien sind mit diversen Gefahren verbunden. So können beispielsweise elektrische Wärmestrahler und Geräte mit Heizspiralen bei Kontakt mit Materialien wie Stoff und Staub Feuer fangen. Außerdem kann eine starke Nutzung zur Überlastung der Stromanlage führen. Das gilt vor allem dann, wenn das Heizgerät gemeinsam mit anderen Geräten an eine Mehrfachsteckdose angeschlossen ist.

Sind zu viele Geräte am Netz, könnten die Kontakte extrem heiß werden und in Brand geraten. Vor dem Einsatz von leistungsstarken Elektroheizungen solltest du daher besser eine Fachkraft zurate ziehen. Generell eignen sich solche Heizgeräte lediglich für die kurzfristige Beheizung einzelner Räume, nicht jedoch für die dauerhafte Beheizung der ganzen Wohnung.

Ebenso ist der Einsatz von Heizschwammerln oder Grillgeräten in Wohnungen nicht zu empfehlen. Auch gasbetriebene Heizstrahler haben in geschlossenen Räumen nichts zu suchen. Denn abgesehen vom erhöhten Brandrisiko besteht die Gefahr von Vergiftungen durch Verbrennungsgase, einschließlich Kohlenmonoxid.

Wir empfehlen, gesetzliche und behördliche Sicherheitsvorschriften sowie Bedienungsanleitungen, dringend zu beachten!

 

DIY-Öfen: Die Versicherung kann aussteigen! 

Teelichter, Kerzen und andere Arten offenen Lichts oder Feuers gehören zu den Brandursachen Nummer eins. Grundsätzlich zahlen Wohngebäude-, Haushalts- oder Privathaftpflichtversicherung bei einem Feuerschaden.

  • Brandschäden im Wohnraum sowie Feuerlöschkosten, Abbruch-, Aufräumkosten und Entsorgungskosten werden durch die GRAWE Haushaltsversicherung gedeckt.
  • Kommt es durch den Brand zu Personen-, Sach- oder Vermögensschäden Dritter (z.B. Wohnungs- oder Hausnachbarn), zahlt die GRAWE Privathaftpflichtversicherung.
  • Wird das Gebäude beschädigt, greift die Wohngebäudeversicherung des Hauseigentümers/Vermieters.

Wenn du jedoch den Schaden grob fahrlässig oder vorsätzlich herbeigeführt hast, kann die Versicherung die Schadensersatzleistung anteilig kürzen oder komplett verweigern. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn der Brand auf einem nicht fachgerecht eingebauten Ofen beruht oder durch einen unbeaufsichtigten Teelichtofen verursacht wird. Wird jemand durch grobe Fahrlässigkeit verletzt, kann es zu massiven rechtlichen Konsequenzen bis hin zu einer Verurteilung wegen Körperverletzung kommen.

Fazit: Ersatzheizungen sind brandgefährlich

Die Gefahren für Wohnungsbrände durch DIY-Miniöfen und selbst installierte Schwedenöfen werden oft unterschätzt. Innerhalb kürzester Zeit kann die Wohnung in Vollbrand stehen. Bei grobem Verschulden hat die Versicherung das Recht, die Leistung zu kürzen oder zu verweigern. Aus versicherungstechnischer Sicht ist daher von DIY-Miniöfen oder dem Eigeneinbau von Schwedenöfen abzuraten.

 

10. November 2022 ― Lesezeit: 5 Minuten
Wann und für wen ist eine Kreditrestschuldversicherung sinnvoll?
Wenn Sie für sich einen Kredit aufnehmen z. B. zur Finanzierung Ihres Eigenheimes, dann verlangt die Bank häufig eine Absicherung für den Fall des Ablebens des Kreditnehmers. In diesem Fall wird in Österreich meist eine Risiko- bzw. Ablebensversicherung abgeschlossen – die sogenannte Kreditrestschuldversicherung. Die GRAWE bietet eine Kreditrestschuldversicherung zur Absicherung gegen das Risiko eines Zahlungsausfalles durch den Tod des Kreditnehmers und erklärt Ihnen, wann und für wen eine solche Versicherung sinnvoll ist.
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